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Die Duschkopf-Theorie

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31 Dezember 2012

Als Anwalt hat man es nicht leicht! Das Ansehen in der Bevölkerung ist bescheiden (deutlich hinter Soldaten und Briefträgern, aber wenigstens klar vor Versicherungsvertretern) und die Chance auf bleibenden Ruhm gibt es auch nicht. Wegweisende Entdeckungen oder gar Erfindungen sind nicht möglich, keine Chance also sich nach Nachwelt prägend ins Gedächtnis zu brennen.

Ich beneide insbesondere die Mathematiker und Physiker, die sich irgendwelche Theorien („Vermutungen“) einfallen lassen und damit berühmt werden, wobei dann die erfundene Theorie auch noch ihren Namen trägt. Und was das wirklich allerbeste ist, sie müssen nicht einmal die Anstrengung unternehmen, diese Theorie auch zu beweisen, sondern das wird späteren Generationen oder jüngeren Kollegen überlassen. Als Beispiel sei hier nur die „Riemann Vermutung“ genannt, 1859 erstmals von Bernhard Riemann erwähnt, aber bis heute unbewiesen. Sie hat deren Erfinder Weltruhm verschafft, ohne dass dieser jemals Nachweise für die Richtigkeit seiner Theorie liefern konnte: Allein schon die Behauptung einer völlig unbewiesenen Theorie hat also ausgereicht, ihm Weltruhm zu verschaffen. (Mehr noch: für den Beweis der Vermutung ist ein Preis von 1 Mio USD ausgesetzt). Andere, ähnliche Beispiele sind die Hilbert Liste oder die Collatz Vermutung. Als Anwalt käme man jedenfalls mit so etwas nicht durch.

Immerhin, ich nehme das als Fingerzeig und will nun auch meinerseits ein paar interessante „Vermutungen“ in die Welt zu setzen. Keinesfalls will ich mich damit mit den genannten Beispielen messen, anders als bei den oben erwähnten Theorien geht es mir mehr um Vereinfachung als um hohe Wissenschaft.

Heute beginne ich mit der von mir so getauften „Duschkopf-Theorie“. Auch wenn der Name auf den ersten Blick etwas befremdlich wirken könnte, so hoffe ich doch sehr, dass meiner Theorie (Vermutung?) in Zukunft eine große praktische Bedeutung zukommen wird: Sie soll die in der Hotellerie üblich, aber in meinen Augen völlig überholte Einteilung von Hotels in Sterne-Kategorien ersetzen. Ich meine, wer hat das nicht schon erlebt? Ein Hotel protzt mit 5 Sternen und der erwartungsfrohe Gast wird bitter enttäuscht, wenn er statt dem edlen Grand-Hotel einen völlig veralteten Schuppen vorfindet, bei dem man in den letzten 20 Jahren allenfalls mal die Bettwäsche gewechselt hat. Nicht einmal die Reiseveranstalter glauben an dieses Ordnungsprinzip und legen eigene Standards fest, schon weil sie Reklamationen und Klagen ihrer Kunden fürchten, die diesem Sterne-Glauben vertraut haben. Und wie oft liest man bei Hotels im Ausland: „Landeskategorie 5 Sterne, nach deutschem Standard 3 Sterne“.

Mit meiner „Duschkopf Theorie“ hingegen habe ich einen ganz simplen Maßstab entdeckt, mit dem man zuverlässig und vertrauenswürdig die Qualität eines Hotels messen und auch überprüfen kann. Ich habe nämlich festgestellt, dass die Qualität, Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit eines Duschkopfes im Bad eines Hotelzimmers das entscheidende Messkriterium darstellt. Dies ist von mir mehrfach überprüft (und bestätigt) worden. Lassen Sie sich nur ein Zimmer in einem beliebigen Hotel zeigen, ein Blick ins Bad reicht aus, um zuverlässig die Qualität des Hotels einschätzen zu können. Sie werden sofort feststellen können, dass sie sich auf diese Bewertung verlassen können.

Ich rechne allerdings damit, das es, wie bei dem erwähnten Physiker Riemann, dass es schon ein paar Generationen dauern kann, bis sich meine Theorie durchgesetzt hat.

Parallel dazu arbeite ich derzeit an einer weiteren „Vermutung“, die ich vorläufig die „Gepäckkarrentheorie„ genannt habe. Damit will ich die Leistungsfähigkeit und den Entwicklungsstand eines Landes mit sehr einfachen Mitteln zuverlässig messen. Mal ehrlich, wer kann schon mit Begriffen wie „Bruttosozialprodukt“ oder „Produktivität“ fachmännisch umgehen?

Meine Theorie stellt den bislang nicht erkannten Zusammenhang her zwischen der Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Gepäckkarren auf Flughäfen und dem Entwicklungsstand des dazu gehörenden Landes. Ich gebe zu, dass ich insoweit noch nicht mit meinen Überlegungen am Ende bin. Natürlich bin ich davon überzeugt, dass die Theorie voll zutrifft, aber ich habe große Probleme, den Flughafen von Palma de Mallorca eindeutig in eine Kategorie einzusortieren. Irgendwie traue ich mich nicht so recht.

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