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Hausverkauf durch Lotterie

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8 April 2016

Es gibt die bekannte Aussage: „In der Krise werden die großen Vermögen gemacht“ oder , anders formuliert, das Unglück des Einen ist das Glück der Anderen. Dies gilt auch für die Immobilienkrise in Mallorca, deren Ende nun glücklicherweise gekommen ist. Aber mit der Verzweiflung der Verkäufer mit hohem Verkaufsdruck lassen sich gute Geschäfte machen, die sich erfahrungsgemäß an jede Hoffnung klammern, auch wenn sie noch so abwegig erscheinen mag. Auch das Nachfolgende sind Auswüchse der Krise:

Wenn also ein Haus trotz allerlei Bemühungen aufgrund der schlechten Marktlage nicht zu dem ersehnten Preis zu verkaufen ist, soll nun eine Verlosung , eine Versteigerung oder gar ein Gewinnspiel herhalten, um dennoch den angestrebten Preis zu realisieren. Daneben ist natürlich ein großes Presseecho garantiert, bereitwillige Organisatoren stehen schon deshalb zur Verfügung , weil sie natürlich daran verdienen und so kann dann die Reise ins Ungewisse losgehen. Allerdings müßte man sich doch nach dem mit vielen Werbe- und Mediengetöse gestarteten Aktionen, Versteigerungen und Verlosungen (gerne auch mit „Quizfragen“ der Qualität“: „ist Mallorca eine Insel: a) im Mittelmeer, b) Im Süd-Atlantik) doch einmal fragen, was daraus geworden ist. Warum ist Mallorca nicht voll von solchen Angeboten, und vor allem entsprechenden Erfolgsmeldungen?

Eigentlich ist es ganz einfach: Letztlich wird den Eigentümern vorgegaukelt, dass man die Regeln des Marktes, Angebot und Nachfrage als preisbildende Elemente außer Kraft setzen könne. Auf dieser Grundlage ist eine Versteigerung von Häusern in Mallorca eine gerade zu absurde Idee: Wer schon einmal bei einer Kunstversteigerung zugegen war, weiß das: Spannend und interessant und auch intensiv geht es doch nur bei den Kunstwerken zu, für die es eine Vielzahl von Interessenten gibt, also ein Angebot, aber viele Nachfrager, am Ende der sich anschließenden Bieterschlacht sind dann merkwürdigerweise alle zufrieden, ein Verkäufer, dessen Preisvorstellungen ev sogar übertroffen wurden und ein Käufer , der seinen Sieg über die anderen Mitbieter feiert.

Die Immobilienkrise in Mallorca hatte jedoch völlig andere Vorzeichen: Ein breites Angebot trifft auf eine schmale Nachfrage, gebremst zumal durch Kaufinteressenten, die ihre Entscheidung zurückstellen, weil sie (mit einiger Berechtigung), noch auf viel niedrigere Preise hoffen. Sinn macht über dies eine Versteigerung nur dann, wenn der Einstiegspreis gnadenlos niedrig ist, darauf kann sich aber ein Verkäufer nur dann einlassen, wenn er sicher sein kann, dass ein munteres Bietergefecht einsetzen wird.

Ähnlich ist es bei einer Verlosung: Ziel des Verkäufers muss es natürlich sein, so viele Lose zu verkaufen, dass die Gesamteinnahmen höher sind, als der erstrebte , aber aufgrund der Krise nicht zu erzielende Kaufpreis.

Wie das sich alles in der Praxis auswirkt zeigt ein Beispiel: Bei der Verlosung eines Hauses in Campanet in Mallorca wurde unter großer Anteilnahme vieler anwesender Loskäufer das Los mit der Gewinnummer gezogen, aber, Pech gehabt, das Gewinnerlos wurde nicht einmal verkauft. Etwas beschämt mußten die Organisatoren dann auf Befragung der Presse zugeben, dass sie nicht einmal die Hälfte der erwarteten Lose verkauft hatten. Kein Wunder also, dass es keinen glücklichen Gewinner geben konnte.

Eine große Fehleinschätzung beginnt schon damit, dass man zu einer wirtschaftlich sinnvollen Verwertung eine sehr hohe Anzahl von Losen verkaufen muß (in dem soeben geschilderten Fall waren es immerhin 16.000). Ein Verkauf über eine Verlosung wird sich also immer nur dann realisieren lassen, wenn auch eine hohe Nachfragen besteht, die bei einem Haus in Mallorca, sicherlich völlig anders als bei einem Haus in erstklassiger Lage in einer deutschen Großstadt, in Mallorca einfach nicht gegeben sein wird. Verbindet man das mit dem doch sehr erheblichen Preis eines Loses ( oft ca. 100,- €) ist es gerade zu zwangsläufig, dass derartigen Konzepte scheitern müssen. Dafür gibt es ein schönes Essen zu zweit in Mallorca und man hat auch mehr davon.

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