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Tricks spanischer Banken bei der Berechnung der Hypothekenzinsen

BEITRÄGE
8 April 2016

Was die Berechnung der Hypotheken-Zinsen angeht gibt es in Spanien eine sehr bankfreundliche Auslegung bei der Berechnung der Zinsen. Wie man ja weiß, werden, anders als in Deutschland Finanzierungen praktisch ausschließlich auf variabler Basis gewährt, Festzinsfinanzierungen gibt es, anders als in Deutschland, kaum. Basis der Berechnung der variablen Zinsen ist der Euribor, der Zinssatz also, zu dem die Banken sich selbst das Geld zur Vergabe der Kredite beschaffen können, sozusagen der Großmarkt für Geld. Dort gibt es, wie bei Obst und Gemüse, täglich andere Preise (Zinsen) je nach Marktlage.

Die Höhe des Zinssatzes ist aber auch abhängig von dem jeweiligen Zeitraum (üblich sind 1,3,6,9,12 Monate), für den die Banken sich das Geld ausleihen. Da die Darlehensverträge mit dem Endabnehmer/Wohnungskäufer natürlich eine viel längere Dauer haben, wird die gewählte Zinsperiode revolvierend gestaltet, mit der Folge also, dass nach Ablauf der jeweiligen Zinsfrist die Bank sich den gleichen Betrag gleich wieder ausleiht, dann aber (ebenso wie der Endkunde auch) die dann gültigen neuen Zinssätze akzeptieren muss, weil, wie oben ausgeführt, der Zinssatz den üblichen Marktschwankungen unterliegt. Dabei ist (der allgemein zugängliche) Euribor Zinssatz nur der „Einkaufspreis' der Bank, auf den sie dann die Gewinnmarge („margen') aufschlagen wird. Beides zusammen ergibt den von dem Darlehnsnehmer zu zahlenden Zinssatz.

Dabei ist es in Spanien allgemein üblich, dass nur der Zinssatz für Euribor für 12 Monate zur Anwendung kommt. Mehr noch, man hat den Eindruck, als gäbe es überhaupt nur einen einzigen Euribor. Auf die Weise erhalten spanische Hypothekenschuldner (meistens) einmal im Jahr Post von der Bank mit der Mitteilung über den im kommenden Jahr gültigen Zinssatz.

Wenn man sich aber die verschiedenen Zinssätze für Euribor gestaffelt nach der Laufzeit anschaut wird man sofort feststellen dass die Zinssätze ansteigen, je länger die Laufzeit ist. Insofern ist ein Euribor für einen Monat günstiger, der für ein Jahr deutlich teurer (http://de.euribor -rates.eu/aktuelle- euribor-werte.asp). Einer der Gründe für diese Unterschiede liegt darin, dass das Euribor Prinzip davon ausgeht, dass innerhalb der jeweiligen Laufzeiten keinerlei Zinszahlungen erfolgen. Da also der Darlehensgeber bei der Vereinbarung eines 1 - Monats Euribor schon nach einem Monat seine Zinsen erhält steht er deutlich besser als wenn er (bei einem Euribor 12 Monate) ein volles Jahr auf die Zinszahlung warten muss.

Und hier besteht ein deutlicher Widerspruch zu der in Spanien üblichen Praxis. Hier wird zwar grundsätzlich Euribor 12 Monate vereinbart, aber entgegen der oben beschriebenen Regel, dennoch monatliche oder quartalsweise Zinszahlung gefordert.

Da aber aufgrund der grundsätzlichen Bedingungen des Euribor die finanzierende Bank in Spanien selbst erst die Zinsen am Ende der 12 Monate abliefern muss, hat sie einen eindeutigen Zinsvorteil, weil sie die von dem Darlehensnehmer schon nach 3, 6 und 9 Monaten gezahlten Zinsen nicht weiterleiten muss, sondern diese bis zur Fälligkeit nach Ablauf der 12 Monate ansparen und damit wiederum Geld verdienen kann.

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