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Umgang mit spanischen Banken

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30 März 2012

Es fällt in Mallorca schon auf, dass an fast jeder Ecke eine Bankfiliale steht. Wer dies aber als erfreulichen Hinweis auf weit verbreitete Servicebereitschaft versteht, irrt sich. Das spanische Bankensystem ist leider alles andere als fortschrittlich (was übrigens gerade die Vielzahl der Filialen beweist).

Entsprechend erfordert der, gerade dann wenn man eine neue Geschäftsbeziehungen eröffnet, die Bereitschaft zu kritischem Misstrauen, denn leid er zeigt die Erfahrung, dass in Spanien das Bankgeschäft nicht unbedingt als Dienstleistungsgewerbe verstanden wird, bei dem der Kunde im Mittelpunkt steht, sondern man den Kunden eher als Bittsteller, definitiv aber als Gebührenlieferanten sieht.

Besonde rs nachteilig kann es sich daher auswirken, wenn man aus Deutschland mit kostenlosen Service - und Dienstleistungen aller Art verwöhnt ist. Hier empfiehlt sich die Testfrage, was denn die Entgegennahme von Überweisungen aus Deutschland (und das dürfte ja der Regelfall sein) kostet. Wer nämlich meint, die doch eigentlich unaufwändige Verbuchung eines eingehenden Betrages aus Deutschland auf dem Konto sei kostenfrei, liegt wieder falsch. 0,3 % , gern auch 0,5, % ist ein durchaus üblicher Satz, eine Menge Geld.

Die spanische Zentralbank (Banco de España) verpflichtet alle Banken, ihre Gebühren in allen Filialen gut sichtbar anzuzeigen. Darüber hinaus legt sie für bestimmte Dienstleistungen Höchstsätze fest; beispielsweise für die Führung eines Giro -Kontos zwischen 25 € und 150 € pro Jahr. Vergleichen lohnt sich also. So gibt es nämlich Banken, die für die Entgegennahme von Überweisungen gar keine Gebühren verlangen.

Vorsicht gilt erst recht bei Hypothekenkrediten. Hier kann man nur dazu raten, vor Abschluss des Darlehens sich wirklich alle Gebühren und Provisionen aufzeigen zu lassen. Es ist geradezu unfassbar, welche Fantasie manche Banken walten lassen: da gibt es die klassische Bearbeitungsgebühr, eine Prüfungsgebühr, eine Zinsänderungsgebühr, eine Konditionenänderungsgebühr, eine Gebühr für eine eventuelle vorzeitige Tilgung, diese Aufzählung ist nicht abschließend. Bankraub lohnt sich nicht, lukrativer ist es, eine Bank zu gründen.

Erstaunlich ist auch, dass die klassische Überweisung in der Geschäftspraxis eine nur so geringe Rolle spielt, Scheckzahlung ist nach wie vor weit verbreitet, so dass es sich empfiehlt ein Scheckbuch zu ordern.

Damit man nicht ständig zur Bank rennen muss, sollte man für Grundsteuer (IBI), Telefon, Wasser, Gas/Öl eine „domiciliación“ einrichten, das spanische Lastschriftverfahren. Damit vermeidet man ärgerliche Strafzuschläge oder gar, dass Lieferungen eingestellt werden. Hat man dann auch noch online -banking eingerichtet, kann man von überall aus den Kontostand einsehen und ggf. nachlegen.

Ich weiß, dass es gegen online-banking viele Vorbehalte gibt, und natürlich muss jeder diese Entscheidung für sich treffen und vermeintliche oder echte Risiken abwägen. Die Vorteile sind jedoch offensichtlich. Damit vermeidet man auch, die eigentlich empfehlenswerten Bankvollmachten einzurichten, die allerdings durch einen erheblichen Bürokratieaufwand erschwert werden. Auch der Bevollmächtigte muss eine NIE besitzen und sogar eine notarielle Vollmacht vor legen.

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