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Warum man in Spanien seine Tochter nicht Mandarina nennen darf

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8 April 2016

WARUM MAN IN SPANIEN SEINE TOCHTER NICHT „MANDARINA“ NENNEN DARF

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen deutsche Kinder vornehmlich Peter oder Maria genannt wurden. In unseren modernen Zeiten müssen es entweder Namen aus anderen Sprachbereichen sein (also lieber „Marie“ oder „Pierre“) oder aber Fantasienamen aus Film oder Fernsehen. In Deutschland entbrannte vor einiger Zeit der Streit darüber, ob es rechtlich zulässig ist, seinen Sohn „Pumuckl“ zu nennen. Vergleichbares gibr es natürlich auch in Spanie n, wo es immer weniger kleine „Josés“ oder „Cristinas“ gibt.

Nun ist das deutsche wie auch das spanische Recht in diesen Fragen recht streng und man kann keineswegs sein Kind so nennen wie man es gerade möchte. Hier gelten Regeln, die zu beachten sind. De nnoch ist es interessant zu beobachten, welche Vornamen denn nun von einem spanischen Standesamt (Registro Civil) akzeptiert werden und welche nicht. Das spanische Standesamt legt dabei folgende Grundsätze fest: 

  1. Zwar sind zusammengesetzte Namen zulässig w ie etwa „José-María“ oder „José- Luis“ oder „María -José“. Nicht zulässig ist es aber diese Vornamen zusammenzuschreiben so etwa „Maríajose“.
  2. Es sind keine Namen zulässig, die begrifflich auch einem anderen Gegenstand zugeordnet werden können. So wurde der eigentlich schöne Name „Mandarina“ als Vorname für ein Mädchens abgelehnt.
  3. Es dürfen keine Namen gewählt werden, die Bezeichnungen von Personengruppen oder Völkern darstellen. Mit dieser Begründung wurden die Vornamen „Cherokee“ und „Cheyenne“ abgelehnt.
  4. Weiter ist das spanische Standesamt sehr zurückhaltend bei umgangssprachlich verkürzten Vornamen; zwar ist die Kurzform „Paco“ im allgemeinen Sprachgebrauch wohl verbreiteter als seine Ursprungsform „Francisco“, darf aber dennoch nicht als Paco im Stande samt eingetragen werden, das gleiche gilt für „Pepe“.
    Aber hier gibt es erste Ausnahmen, so wurde die Namensgebung für ein Mädchen mit dem Namen „Lola“ akzeptiert, mit dem stolzen Argument, dies sei ein Name, der „ ...in Europa bestens bekannt und verbre itet sei...“. Gleiches gilt für eine „Maite“ die zwar eigentlich „Maria- Teresa“ heißt, aber unter dieser Bezeichnung in Baskenland gebräuchlich und verbreitet ist.

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