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Banco malo, die "böse Bank" gibt Gas

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8 April 2016

Im Zuge der spanischen Finanzkrise wurde die Pleite verschiedener spanische Sparkassen (insbesondere BFA-Bankia, Catalunya Banc, NCG Banco -Banco Gallego y Banco de Valencia, BMN, Ceiss, Liberbank y Caja3) dadurch vermieden , dass die EU zum einen frisches Geld zur Verfügung stellte, zum anderen aber , dass viele notleidende Immobilienkredite, resultierend aus waghalsigen Finanzierungen dieser Banken in die spanische “bad bank” ( Sociedad de Gestión de Activos Procedentes de la Reestructuración Bancaria, S.A. SAREB) abgeschoben werden konnten.

Rechtsgrundlage: Ley 9/2012, de 14 de noviembre, de reestructuración y resolución de entidades de crédito; Real Decreto 1559/2012, de 15 de noviembre, por el que se establece el régimen jurídico de las sociedades de gestión de activos.

Der Plan, das kann man heute sagen, ist aufgegangen. Die spanischen Banken haben weit weniger Geld benötigt als die ursprünglich ins Auge gefassten 90 Milliarden € und die möglichen Belastungen aus uneinbringbaren Immobilienkrediten sind sie auch los. Die Folge: Spaniens Kreditwürdigkeit hat sich erhöht und das Vertrauen der Märkte in Spanien hat sich deutlich erhöht. Der “spread”, also der (Risiko-) Zinsaufschlag bei spanischen Anleihen ist in den letzten Monaten deutlich gesunken, Spanien und seine Banken werden also wieder kreditwürdig, soweit die gute Nachricht.

Damit liegt der schwarze Peter nun bei der SAREB, die keine leichte Aufgabe hat. Die SAREB wurde im November 2012 gegründet, 55 % gehören über die Institution FROB quasi dem spanischen Staat, 45 % sind private Investoren, hierzu gehören auch deutsche Banken und Versicherungsgesellschaften. Diesen Investoren wurde eine satte Rendite bei dem Verkauf dieser fragwürdigen Kredite und Immobilien versprochen, das alles soll in 15 Jahren erledigt sein.

Aber wie soll denn das gehen? Immerhin handelt es sich um über 200.000 Einzelpositionen im Gesamtwert von über 50 Milliarden €, davon 80 % Kredite und 20 % Immobilien. Weiteres Handicap: SAREB ist keine Bank, sie kann also Kaufinteressenten keinerlei Finanzierung anbieten.

Nachdem es in den ersten Monaten in der Tat fast unmöglich war, mit dieser Institution Kontakt aufzunehmen oder gar Verhandlungen zu führen, hat sich dies nun deutlich gebessert, mehr noch, die SAREB geht in die Offensive , hat eine eigene Webseite (www.sareb.es) und nimmt mit einem eigenen Stand an den großen europäischen Immobilienmessen teil.

Nun kann jeder sehen, welche Immobilien zu welchem Preis angeboten werden; obwohl “Preis” ist möglicherweis e nicht das richtige Wort, auf ihrer Webseite spricht die SAREB von einem “Referenzpreis” (precio de referencia), das klingt natürlich schon etwas nach Bazar und ist es wohl auch. Für Kaufinteressenten also eine interessante Alternative.

Aber, und das ist die positive Nachricht , ein Anfang ist gemacht , die Immobilienpakete sind klar aufgeteilt in das “Proyecto Paramount” für exklusive Immobilien und das “Proyecto Harvest” für Agrarimmobilien. Natürlich sind auch Mallorca -Immobilien dabei, einige enthalten bereits den Vermerk “VENDIDO”, eine bessere Werbung dürfte es kaum geben.

Einen besseren Gradmesser für die andauernde Immobilienkrise und deren (hoffentlich) baldiges Ende dürfte es kaum geben: Wenn diese Immobilien einmal alle verkauft sind ist die Krise vorbei.

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