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Ende der Immobilienkrise? Erste Erkenntnisse

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8 April 2016

Langsam wird es zur Gewissheit. Die bereits seit Anfang 2008 herrschende Immobilienkrise in Spanien neigt sich einem Ende entgegen. Damit wir uns nicht falsch verstehen, von Preissteigerungen sind wir noch weit entfernt; aber richtig ist schon, dass sich die Preise auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert haben. Aber dennoch: Es gibt nach wie vor ein überwältigendes Angebot, da mag man nur einmal die unzähligen Maklerangebote durchblättern, aber es ist spürbar, dass wir nun langsam zur Normalität zurückkehren.

Aber was heißt schon Normalität? Kann man nahtlos anknüpfen an die alten und guten Zeiten? Ich denke, das ist ein Irrglaube. Nach der Krise heißt nicht vor der Krise. Vieles hat sich seitdem verändert, und nicht nur, weil sieben Jahre vergangen sind.

Das Nachfrage-Verhalten hat sich geändert und viele Mechanismen die seinerzeit perfekt funktioniert haben taugen heute nichts mehr. Hier einige Beispiele aus meiner persönlichen Sicht:

1.- Mega -Immobilien laufen nicht mehr. Vor der Krise gab es bei den Preisen kein Halten: 10,15 ja 20 Millionen €; Innen -Pool selbstverständlich, Tennisplatz sowieso, Tiefgarage für mindestens acht Autos. Dieser Trend dürfte gebrochen sein. Diese Gross -Immobilien liegen bis heute wie Blei im Markt. Die Begründung ist relativ einfach: jedem Kaufinteressenten dürfte bewusst sein, welche laufenden Kosten er sich ans Bein bindet, und das für eine Immobilie, die er allenfalls einige wenige Monate im Jahr nutzt. Zudem kann er heute genau diese Immobilie für ein paar Wochen mieten. Auch diese Entwicklung ist völlig neu. Vor der Krise war der Markt für Ferienvermietung von teuren Villen praktisch inexistent, heute ist daraus ein blühendes Geschäft geworden. Und die Frage ist schon berechtigt: warum soll man nicht 200.000 € für die Anmietung einer absoluten Luxusvilla ausgeben, wenn bei einem Kauf allein schon die laufenden Jahreskosten deutlich höher liegen würden? Und es geht noch besser: im nächsten Jahr mietet man in Florida, Sardinien, an der Cote d¨ Azur oder Mustique in der Karibik. Und das Schönste kommt noch: Der so ersparte Kaufpreis liegt immer noch auf dem eigenen Konto. Da sind 200.000 € für 2 Wochen schon ein echtes Schnäppchen.

2.- Hypermodern statt klassisch -mallorquinisch: während der Käufer um die Jahrtausendwende sich nach den inseltypischen Immobilien sehnte, alt, klassisch, romantisch, will der Käufer im bereits zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts nur das eine: modern, technisch aufwändig, Luxus. Das liegt nicht nur, aber auch daran, dass die Haustechnik in den vergangenen 20 Jahren große Fortschritte gemacht hat. Isolierung, Solarenergie, um nur einige zu nennen. Der Käufer von heute will keine 8 Millionen € ausgeben, und sich dann mit Badezimmern aus den achtziger Jahren zufrieden geben, auf eine Klimaanlage verzichten oder Fußbodenheizung. Und wenn man dann noch seinen Freunden vorführen kann, wie man mit dem iphone von Deutschland aus die Heizung ein paar Grad raus-  oder runterdreht...

Und mal ehrlich, auch die Bauqualität in Mallorca vor 30 Jahren war teilweise schon unterirdisch. Die EU und die Zollfreiheit hat da schon einiges bewirkt.

Während gerade deutsche Käufer vor Jahren Unsummen für die liebevolle Sanierung und Restaurierung von alten Gemäuern ausgaben, heißt es heute eiskalt: abreißen und neu bauen, oft die richtige Entscheidung.

Auch die hot spots der Insel verschieben sich: Es muss nicht immer Son Vida oder Andratx sein. Natürlich kann auch ich nicht in die Zukunft sehen, aber wer auf die alten Zeiten setzt, liegt falsch.

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