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Ein selbständiges Catalunya und die wirtschaftlichen Folgen

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8 Abril 2016

Wenn es ein Thema gibt, bei dem man sich als Ausländer in Spanien tunlichst zurückhalten sollte, dann ist es zum einen der Sprachenstreit und zum anderen, die von einigen politischen Gruppen geforderte Unabhängigkeit von Katalonien (wobei beides naturgemäß zusammenhängt). Am 9. November 2014 fand das lange geplante Referendum statt; dies gegen den erklärten Willen der Zentralregierung und in deutlichem Widerspruch zu der spanischen Verfassung. Die Motive waren und sind dabei rein politischer, bzw genauer gesagt populistischer Natur. Hauptsache, weg vom ungeliebten Zentralstaat Catalunya mit eigener Fahne, eigener Sprache, eigenen Grenzen, und natürlich einer eigenen Fussball (National -) Mannschaft, das mag man ja noch verstehen, aber weiß man auch, wohin die Reise gehen wird?

Was aber jedem Wähler definitiv Sorgen machen sollte, ist die unumstößliche Tatsache, dass Politiker im Allgemeinen und Spanische im Besonderen nicht mit Geld umgehen können, Spanien war unter gleich mehreren Regierungen der größte Netto -Empfänger der EU, trotzdem hat man es geschafft, das Land an den Rand des Abgrunds zu wirtschaften. Kein Wunder also, dass neben markigen Sprüchen von Politikern zu Glanz und Ruhm der Selbständigkeit (kein Wunder, damit ist ja auch der Aufstieg zum Staatspräsidenten verbunden) wirtschaftliche Fragen eher beiläufig erwähnt und schon gar nicht geklärt werden. Und darüber wird man wohl mal reden können:

1. Kann auch ein unabhängiges Catalunya den Euro weiter als Landeswährung beibehalten? Natürlich kann man den neuen Staat Catalunya nicht daran hindern, den Euro beizubehalten, Panama verwendet ja auch den US Dollar. Monaco, der Vatikan , San Marino , Andorra , Kosovo und Montenegro haben ja auch den Euro, also: gehen tut das schon.... irgendwie! Aber das ist schon ein zweischneidiges Schwert: Catalunya wird keinen Einfluss mehr auf die Ausrichtung dieser Währung haben, insbesondere Zinsentscheidungen werden in Frankfurt bei der EZB getroffen und da wird Catalunya ohne Stimmrecht vor verschlossener Tür stehen. In Zukunft wird also ein selbständiges Catalunya seine Schulden (und dass es die geben wird steht ja wohl außer Frage) in einer eigentlich fremden Währung begleichen müssen. Wie gefährlich das sein kann, wissen vor allem diejenigen, die sich vor ein paar Jahren in Schweizer Franken verschuldet haben, weil dort die Kreditzinsen geradezu lächerlich niedrig waren, dann aber ist der sfr aufgrund der Eurokrise wie eine Rakete nach oben gestiegen und hat sich im Vergleich zum Euro um mehr als 20 % verteuert.

Und mal schnell wieder der Euro- Zone beitreten? Nach den Erfahrungen mit Griechenland kaum vorstellbar, zumal hierzu eine einstimmige Entscheidung der derzeit 17 Euro- Länder erforderlich wäre.

2. Übernahme der spanischen Staatsschulden: Keine Frage, hier wird Catalunya sich nicht aus der Haftung verabschieden können und einen Anteil der nicht unerheblichen spanischen Staatsschulden übernehmen müssen. Das ist nicht zuletzt eine Frage der Glaubwürdigkeit gegenüber den Gläubigern, und dass man denen gegenüber Verlässlichkeit zeigen muss, dürfte sehr ratsam sein, denn Kreditwürdigkeit ist ein hohes Gut, die darf man nicht aufs Spiel setzen.

3. Bleibt Catalunya auch nach einer Selbstständigkeit EU Mitglied ? Dies wird zwar immer behauptet, ist aber falsch. Wie man als (alter oder neuer) Staat EU Mitglied wird ist auch den katalanischen Politikern klar. Da gibt es weder Sonderregelungen noch bevorzugte Behandlung. Da sind knallharte Bedingungen zu erfüllen und wie lange das dauert, weiß man in Kroatien. Mit der Selbständigkeit verabschiedet sich Catalunya nicht nur aus der EU, sondern auch einem lieb gewordenen Paket von Sonder- und Vorzugsrechten. Hier zu gehört: Keine EU -Investitionen mehr in Catalunya, keine Agrarsubventionen mehr und wer wird den katalanischen Studenten sagen, dass es für sie das Erasmus -Programm nicht mehr geben wird, das bislang für Tausende von spanischen Studenten die Tür für ein Studium im Ausland geöffnet hat (Erlass von Studiengebühren plus 500 € mtl.)?

4. Wie sieht es mit zukünftigen Investitionen aus dem Ausland nach Catalunya aus? Leider fehlen hierzu verlässliche Zahlen. Man darf aber sicher vermuten, dass EU Unternehmen, lieber in dem EU Land Spanien als in einen ev Zukunftswert Catalunya investieren wollen. Eine Abwanderung von Investitionen erscheint logisch. Valencia möchte ohnehin gern Barcelona als wichtigsten Hafen im Mittelmeer ablösen.

Und so bietet eine Unabhängigkeit von Katalonien auf einmal unverhofft eine Chance für deutsche Sektkellereien. Die werden sicher darauf drängen, dass ein erheblicher Einfuhrzoll auf Cava aus Katalonien erhoben wird.

Aber um alle diese Fragen geht es bei dem Referendum nicht. Gefragt wird nur: " Soll Katalonien ein eigener Staat werden? und : "Soll dieser Staat unabhängig sein, ja oder nein?".

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