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Ferienvermietung: ein Zwischenruf

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16 Septiembre 2013

Ich glaube derzeit gibt es auf Mallorca (neben dem höchst sensiblen Sprachenproblem) kein anderes Thema, das die Gemüter so erhitzt, wie die Zulässigkeit und Zweckmäßigkeit der Ferienvermietung von Wohnungen. Hier gehen die Allianzen über Länder- und Sprachengrenzen hinweg, gleichzeitig verhärten sich die Fronten; die Politik duckt sich weg und (ausgerechnet!) die Bürokratie soll es nun richten. Dabei ist es doch wohl ein Irrglaube darauf zu hoffen, dass ein paar mehr Vorschriften und Durchführungsverordnungen, das Ganze garniert mit einer Menge Formulare, den Rechtsfrieden wiederherstellen würden.

Dabei sind doch die zu entscheidenden Fragen relativ einfach:

1. Braucht Mallorca Ferienapartments? Na logisch! Es wäre ja wohl absurd, wenn eine Urlaubsinsel wie Mallorca kein weitgefächertes Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten bieten würde. Ich halte das Argument, dass damit Hotelgäste verloren gingen, für abwegig. Im Gegenteil: man wird zusätzliche Kundschaft gewinnen.

2. Darf jeder, der Lust und Laune hat, seine Immobilie genehmigungsfrei vermieten? Natürlich nicht! Auch hier muss es wie bei Hotels, eine Überprüfung und vor allem auch Katalogisierung geben, damit jeder Gast weiß, was ihn erwartet. Man stelle sich einmal vor, Hotels müssten nicht mehr ihre Sterne-Kategorie angeben; damit ginge ein wichtiges Entscheidungskriterium für den potentiellen Gast verloren.

3. Und nun kommt die entscheidende Frage, an der sich eigentlich der ganze Streit entzündet hat. Darf wirklich alles vermietet werden, was eine Haustür, ein Bad und ein Schlafzimmer hat?

Ich sage wirklich ungern, dass man auf mich hören soll, aber hier muss ich eine Ausnahme machen, weil ich die Auswirkungen dieser Diskussion aus meiner beruflichen Praxis zur Genüge kenne, denn wir haben viele Mandatsanfragen aus diesem Bereich. Die mit Abstand meisten Anfragen gehen dahin, wie man es endlich schaffen kann, dass die Ferienvermietung im Nachbarapartment untersagt wird. Viele Eigentümer empfinden die damit einhergehenden Belastungen unerträglich. Und das ist auch nachvollziehbar. Personengruppen im vierzehntäglichen Wechsel, die alle nur eines im Sinn haben, diese Tage möglichst intensiv mit Sonne, Party und Pool zu genießen. Natürlich ist das nicht zu beanstanden, aber es ist nun mal etwas fundamental anderes, als ein Eigentümer, der weiß dass er auch noch in Zukunft mit seinen Nachbarn ein gutes Einvernehmen haben möchte. Der (Ferien-) Vermieter hingegen sitzt in Deutschland und kriegt von dem ganzen Elend gar nichts mit, weiß aber gleichzeitig merkwürdigerweise ganz genau, dass das alles nicht so schlimm sein kann und die Nachbarn sollen sich doch nicht so anstellen.

Ich finde es daher äußerst anmaßend, wenn Eigentümer von Eigentumswohnungen in geschlossenen Anlagen sich dennoch das Recht herausnehmen, eine Ferienvermietung vorzunehmen. Die Benutzung und Abnutzung der Infrastruktur eine Anlage ist bei einer Ferienvermietung deutlich höher als bei Eigennutzung, das kann doch nicht ernsthaft bestritten werden! Abgesehen davon ist die Vermietung eindeutig illegal und durch keinerlei Rechtsvorschriften gedeckt. Von der Pflicht, die Mieteinnahmen zu versteuern, will ich erst gar nicht reden. Gerade wir Deutsche wären aber gut beraten, uns hier auf Mallorca an geltendes Recht zu halten.

Natürlich leben wir in einem freien Land (und auf einer freien Insel), aber meine eigene Freiheit, immer das zu tun was ich möchte, endet dort, wo ich die Freiheit meines Nachbarn und vor allem geltendes Recht verletze.

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