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Mallorca, eine Insel nur für Königstiger? Eine Verteidigung des Ballermann

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8 Abril 2016

Auch die neue Landesregierung der Balearen hat erkannt, dass die schon seit 2005 angeschobene (und immer wieder veränderte) Sanierung und Modernisierung der Playa de Palma zwi schen Can Pastilla und Arenal keinen Aufschub mehr duldet und dringend umgesetzt werden muss. Ein eigenes Konsortium (www.consorcioplayadepalma.es) soll die vielfältigen Massnahmen koordinieren.

Einige Hotels sollen abgerissen, andere in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, wobei die Eigentümer die daraus resultierenden Gewinne in die Sanierung der übrigen Hotels stecken sollen. Die Gewerkschaften sind (noch) dagegen und fürchten den Verlust von Arbeitsplätzen. Freiflächen und Parks sollen entstehen, Verkehrswege verbreitert, die ganze Zone soll „upgegraded“ werden. Wenig klug war es allerdings, die erste bauliche Maßnahme damit zu beginnen, einen kompletten Straßenzug in Can Pastilla abreißen zu wollen. Da waren Bürger -Proteste vorprogrammiert und absehbar.

Das Hotelangebot soll drastisch reduziert werden. Qualitätstourismus (turismo de calidad) heisst das neue Mantra und sogar der Begriff „turismo deseable“ (erwünschter Tourismus) kommt vor; weniger Touristen mit mehr Geld, mehr Luxushotels, weg mit Ballermann und den Billigabsteigen.

Fest steht, dass die Playa de Palma für alle Mallorquiner, merkwürdigerweise viel mehr als für uns Deutsche, ein Stein des Anstoßes ist, die „Dreckecke“ Mallorcas sozusagen, die dringend ausgefegt werden muss. Ballermann, Schinkenstrasse und Bierstrasse sollen verschwinden. Tatsächlich gibt es den „Ballermannn 6„ schon gar nicht mehr. Das entsprechende Schild wurde schon vor Jahren abgeschraubt und durch das unverdächtigere, aber auch ursprüngliche „Balneario 6„ ersetzt. Aber der Begriff ist geblieben und lebt sogar in Deutschland in zahlreichen „Ballermann- Parties“ (mit den passenden „Ballermann -Hits“) weiter fort.

Natürlich ist die Zeit nicht spurlos an der Playa de Palma vorbeigegangen: viel zu eng stehen viel zu hohe Hotels direkt am Strand, wer will das heute noch? Darüber hinaus ist die seinerzeit massiv entstandene Bettenzahl in die Jahre gekommen, zeitgemäß sind sie auch nicht mehr, der Putz ist ab. Aber sind die anderen Begleiterscheinungen wirklich so negativ?

„Man sollte nicht vergessen, wo man herkommt“, das gilt auch im Tourismus. Die Playa de Palma markiert die Geburtsstunde des Massentourismus. Erstmals wurde es möglich, Flug und Hotel zusammen in einem Reisebüro zu einem unschlagbar günstigen Preis zu erwerben.

Nein, an der Playa de Palma ist keineswegs alles schlecht. Wer am „Ballermann“ das ausgelassene Treiben alkoholisierter Massen beklagt und sich angewidert abwendet, der war noch nie beim Rosenmontagszug in Köln, denn wer an die Playa de Palma fährt weiß, weiß nicht nur, was ihn erwartet, nein, genau darauf freut er sich. Pikiert ist merkwürdigerweise nur sein Gastgeber.

Und auch wer dort nicht nächtigt, kann sich der merkwürdigen Anziehungskraft kaum entziehen; („Glücklicherweise sind wir ja ganz anders, aber das MUSST Du Dir mal anschauen“).

Haben Abiturienten und Kegelklubs, um nur einige der typischen Gruppierungen zu nennen, nicht auch Urlaub und fröhliche Ausgelassenheit verdient? Das sind weit überwiegend brave Bürger und Steuerzahler, die einfach mal für eine Woche aus dem Trott ausbrechen wollen und danach entspannt (und natürlich völlig übermüdet) wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Mallorca kann und muss für jeden etwas bieten. Und für Massentourismus ist reichlich Platz, der im Übrigen weniger Raum verbraucht, als man denken mag. Dort sind die Wege kurz: Hotel -Disco -Strand und wieder zurück. Nur wenige hundert Meter vom Brennpunkt Arenal, im beschaulichen Cala Blava ist von dem Trubel nichts mehr zu spüren.

Wer soll denn sonst dafür sorgen, dass es hinreichende und preisgünstige Flüge aus allen Ecken Deutschlands gibt, ein paar Golfspieler werden hierfür nicht ausreichen.

Nicht zu vergessen auch, dass vielle icht manch überdrehter Jugendlicher, der vor 20 Jahren an der Playa de Palma die Insel kennen - und lieben lernte, heute eine elegante Villa in Son Vida besitzt.

Allenthalben entstehen in Deutschland low -budget Hotels, die rentabel betrieben werden, warum soll das an der Playa de Palma nicht gehen?

Warum soll sich die grandiose Vielfalt dieser Insel nicht auch beim Tourismus zeigen? Wer nur Luxus will, schickt damit seine oft langjährigen Gäste zu der Konkurrenz, und Mallorca bevölkert nur von Königstigern ist doch auch irgendwie langweilig, oder?

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